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Drei Hebammen, ein gemeinsamer Traum

03.01.2018
von Marion Loher
NLB Damen UHC Wasa

Céline Hertzeisen Schumann, Saskia Grossfeld und Julie Caron sind mit Leib und Seele Hebammen, und das seit vielen Jahren. Die drei Frauen leben in der Region La Riviera, nahe der Stadt Montreux, und kennen sich von der Arbeit. Gemeinsam haben sie auf der Geburtenabteilung des Kantonsspitals Lausanne gearbeitet, und gemein ist ihnen ein Traum: ein Geburtshaus für die Region.

Mittlerweile arbeiten die drei nicht mehr im Spital, sie haben sich selbstständig gemacht. Jede für sich. Doch der Traum eines gemeinsamen Geburtshauses ist geblieben. «Es gibt immer mehr Frauen, die nicht im Spital gebären möchten», sagt Céline Hertzeisen Schumann und Julie Caron fügt hinzu: «Diese Frauen wünschen sich eine Geburt in intimer Atmosphäre mit individueller Betreuung. Und diese Möglichkeit wollen wir ihnen mit unserem Geburtshaus bieten.»

«Das Geld hatten wir nicht»

Bei der Suche nach einem geeigneten Ort wurden die drei Frauen in einem Hochhaus mitten im Stadtzentrum von Montreux fündig. Dort entdeckten sie drei grosse, helle Räume. «Die Lage ist ideal», sagt Saskia Grossfeld. Doch die Räume selber waren in einem schlechten Zustand. Die Hebammen beauftragten einen Architekten, ihnen einen Kostenvoranschlag für alle baulichen Massnahmen zu erstellen. «Er kam auf 70‘000 Franken», erzählt Céline Hertzeisen Schumann, «und darin war das Material noch nicht einmal enthalten.» Die Frauen erschraken, als sie die Zahl hörten. «Dieses Geld hatten wir nicht.» Ihr Traum schien zu platzen.

Doch die Hebammen wollten nicht aufgeben. Zu lange schon spukte ihnen die Idee eines Geburtshauses im Hinterkopf herum. Über Bekannte hörten sie von der Crowdfunding-Aktion. Damit wollten sie das nötige Geld zusammenbekommen. Sie machten Werbung über Social Media, gaben Interviews in lokalen Medien und schrieben potenzielle Sponsoren an. Ihr Aufwand wurde belohnt: Nach 90 Tagen hatten sie rund 90‘000 Franken gesammelt. «Nie hätten wir gedacht, dass es so schnell klappen würde», sagt Céline Hertzeisen Schumann. «Endlich konnten wir loslegen.»

Noch ist kein Babygeschrei zu hören

Nach knapp zwei Monaten waren die Umbauarbeiten abgeschlossen und die Räume erstrahlten in neuem Glanz. Die Wände sind weiss oder in warmen Pastellfarben gestrichen, das Mobiliar ist in ähnlichem Farbton gehalten. Die grossen Fenster lassen die Räume mit Sonnenlicht durchfluten. Eine wohlig-entspannte Atmosphäre breitet sich aus, so wie man es sich in einem Geburtshaus vorstellt. Drei Räume gibt es: Der eine ist für die Geburtsvorbereitung gedacht, der zweite für Schwangerschaftskontrollen und persönliche Gespräche mit der Hebamme und der dritte für die eigentliche Geburt.

Dort stehen ein breites Bett, eine grosse Badewanne und ein Wickeltisch für das Neugeborene. Noch aber ist im «Les Roseaux», so der Name des Geburtshauses, kein Kind auf die Welt gekommen. «Uns fehlt eine letzte Bewilligung vom Kanton», sagt Céline Hertzeisen Schumann. Doch das dürfte reine Formsache sein. «Wir hoffen, dass wir sie noch in diesem Jahr bekommen. Dann ist unser Traum endlich Realität.»

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