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«Ein Pumptrack ist ein grosser Spielplatz»

03.01.2018
von Marion Loher
NLB Damen UHC Wasa

Der Ski- und Sportclub Walkringen hat für den Bau einer wellenartigen Bike-Strecke Geld gesammelt. Mit Erfolg. Die Anlage steht bereits. Vorstandsmitglied Rafael Meier sagt, dies sei nur dank der grossen Unterstützung aus dem Dorf möglich gewesen.

Rafael, bist du schon auf dem neuen Pumptrack gefahren?

Ja, ich war zwar nicht sonderlich gut, aber das Erlebnis war cool. Es ist ein kleiner Pumptrack, ziemlich anstrengend und anspruchsvoll. Aber er fährt sich gut.

Was ist das Besondere an einer solchen Bike-Strecke?

Im Prinzip ist es eine Wellenbahn mit Kurven, so dass es einen Rundkurs gibt. Zum Teil hat es auch Querverbindungen, damit nicht immer im Kreis gefahren werden muss. Ziel ist es, weder zu treten noch zu bremsen und nur durch das Strecken von Armen und Beinen Geschwindigkeit aufzubauen und das Tempo so mit in die Kurven zu nehmen. Befahrbar ist unser asphaltierter Pumptrack nicht nur mit Mountainbikes, sondern auch mit dem Kickboard, Trottinett oder Skateboard.

Was bringt der Pumptrack einer Gemeinde?

Diese Frage habe ich oft gehört. Ich stelle dann immer die Gegenfrage: Was bringt ein Spielplatz einer Gemeinde? Denn eigentlich ist es nichts anderes als ein grosser Spielplatz. Uns ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen sich bewegen – und dies am liebsten bei uns im Dorf. Sie können ihre Balance, Koordination und Geschicklichkeit verbessern.

Die Anlage ist aber nicht nur etwas für Kinder und Jugendliche.

Auch Erwachsene können sie nutzen – und sie nutzen sie auch. So kommen beispielsweise am Abend Bike-Gruppen vorbei, die auf ihrer Tour ein paar Runden auf dem Pumptrack drehen.

Das Geld, das Ihr Verein für die Anlage gesammelt hat, war im Nu zusammen. Hast du mit diesem schnellen Erfolg gerechnet?

Nein, aber wir haben es gehofft, da wir einen ambitionierten Zeitplan hatten.

Die Anlage ist mittlerweile eröffnet. Wie lange hat der Bau gedauert?

Sechs Tage, am Gründonnerstag haben wir Eröffnung gefeiert. Wir, das heisst einige Mitglieder unseres Vereins, haben einen grossen Teil der Vorarbeiten in Eigenregie erledigt. Gebaut wurde der Pumptrack von einer Firma, die sich auf solche Anlagen spezialisiert hat. Zwei Stunden nachdem asphaltiert worden war, konnten die ersten losfahren.

Bei Bauten dieser Art gibt es oft kritische Stimmen bezüglich Lärm oder Abfall. Wie war es in diesem Fall?

Wir wurden von allen Seiten sehr gut unterstützt. Gegen das Projekt gab es keine Einsprachen, es war aber auch sorgfältig geplant worden. Es war ein Prozess über drei Jahre mit Gesprächen mit Behörden und Dorfbewohnern, einem Informationsstand an unserer Gewerbeausstellung und einem aktiven Fundraising.

Was hättet ihr gemacht, wenn das Geld nicht zusammengekommen wäre?

Wahrscheinlich hätten wir das Projekt abgebrochen. Schweren Herzens natürlich. Aber glücklicherweise war das ja nicht der Fall.

Weshalb hat sich ausgerechnet ein Skiclub für eine Bikestrecke eingesetzt?

Wir sind kein klassischer Skiclub mehr. Das «Ski» ist noch von früher, als es noch ausschliesslich ein Skiclub war. Heute sind wir ein polysportiver Verein mit rund 180 Mitgliedern. Unsere Aktivitäten sind vielfältig und richten sich nach den Bedürfnissen der Mitglieder. In den letzten Jahren ist vor allem der Anteil Radsport und Mountainbike stark gewachsen. Wir brauchen heute deutlich mehr Kettenöl als Skiwachs.

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