Nachfolgende Unterstützungen konnten am Projekt gewählt werden
Rehkitze verlassen sich in ihren ersten Lebenswochen auf ihre natürliche Tarnung und verharren bei Gefahr regungslos im Gras, anstatt zu fliehen. Jährlich fallen dadurch unzählige Rehkitze der Mahd zum Opfer, da sie in den hohen Wiesen oft übersehen werden. Durch den Einsatz von grossen Maschinen erleiden sie schwere oder tödliche Verletzungen – ein tragisches Ereignis mit ebenfalls weitreichenden Folgen: Ihre Mütter, die fürsorglichen Ricken, zeigen nach einem solchen Verlust oft auffällige Verhaltensveränderungen – sie suchen nach ihrem Nachwuchs oder verweilen verwirrt an der Unglücksstelle.
Auch für Landwirte kann der Anblick eines verletzten oder
getöteten Rehkitzes eine belastende Erfahrung sein. Noch
schwerwiegender sind jedoch die möglichen Folgen, wenn der Kadaver
unbemerkt bleibt: Durch die Weiterverarbeitung des gemähten
Grünlands und die allmähliche Zersetzung des Kadavers kann es zu
einer bakteriellen Kontamination (Botulismus)
kommen.
Gelangt das verunreinigte Silofutter oder Heu in den
Futterkreislauf, besteht vor allem für Rinder und Pferde ein hohes
Risiko einer Infektion, die zu schwerwiegenden Symptomen wie
Muskelschwäche, Lähmungen und letztlich einem qualvollen
Atemstillstand führt.
Neben dem ethischen Aspekt stellt dies auch eine wirtschaftliche Belastung für die Landwirtschaft und die Tierhaltung dar. Der Schutz von Wildtieren während der Mahd ist daher nicht nur eine Frage des Mitgefühls, sondern auch von grosser Bedeutung für die Landwirtschaft und die Gesundheit weiterer Tiere.
Die Rehkitzrettung mit einer Drohne ermöglicht eine effiziente und schnelle Absuche von Feldern vor der Mahd.
Frühmorgens werden mehrere Felder mit der Drohne abgeflogen, die erhaltenen Thermalfotos werden direkt ausgewertet und auf Rehkitze untersucht. Durch dieses Vorgehen können die gut versteckten Rehkitze durch den Jagdaufseher und die Helfer geschützt werden.
Trotz aller Vorteile, die diese Methode mit sich bringt, gibt es für den Kauf einer Thermaldrohne in der Schweiz (im Verhältnis zu anderen Ländern) keine Subventionen.
Das Ziel dieses Crowdfundings ist es, mit Ihrer Unterstützung die für die Rehkitzrettung benötigte Drohne mit Wärmebildkamera und dem notwendigen Zubehör zu erwerben (eine normale Drohne ist für diesen Einsatzbereich nicht geeignet).
Die Zielgruppe sind Tierliebhaber:innen, Tierfreunde:innen, Naturschutzverbände aber auch (Nutz)Tierhalter:innen und Menschen, die diese Arbeit als sinnvoll erachten und diese direkt und ohne Umwege mitfinanzieren möchten.
Ein weiterer Einsatzbereich ist auch die Suche nach entlaufenen Haustieren.
Es ist sehr effizient, ein Rehkitz mit einer Drohne zu lokalisieren und zu schützen. Leider ist der Kauf der Drohne eine umfangreiche Investition und für mich als Familienvater eine grosse finanzielle Herausforderung. Wenn das Crowdfunding erfolgreich ist, werde ich meine Zeit ehrenamtlich und mit grosser Überzeugung, Fachwissen und Bereitschaft für die nächtlichen bis frühmorgendlichen Einsätze in die Rettung der Tiere investieren.
Bei erfolgreicher Finanzierung werde ich mir die Drohne mit Wärmebildkamera und dem minimal benötigtem Zubehör kaufen. Im Verlauf des Jahres werde ich weiteres notwendiges Zubehör erwerben (Funkgeräte zur Kommunikation, Monitor für das Team auf dem Feld, Licht für die Drohne, Funkübertragungssystem,...). Für diese ergänzenden Anschaffungen kalkuliere ich mit zusätzlichen Kosten von rund CHF 4500 ein
Der Mindestbetrag umfasst die wichtigsten Ausrüstungsbestandteile:
Die Drohne selbst kostet rund 6300 CHF. Zusätzlich werden drei Akkus für je 200 CHF benötigt, um mehrere Flüge hintereinander durchführen zu können.
Für die Bildanalyse durch die Helfer ist ein externer Monitor erforderlich (340 CHF), der zusammen mit einer Halterung auf einem stabilen Stativ (180 CHF) eingesetzt wird.
Darüber hinaus wären einige zusätzliche Anschaffungen sehr hilfreich:
Ein Set Funkgeräte für die bessere Koordination vor Ort würde rund 200 CHF kosten.
Gegen Ende des Jahres fallen ausserdem rund 350 CHF für die geplante Ausbildung für die Rehkitzrettung an.
Der Monitor benötigt zusätzlich zwei Akkus im Wert von insgesamt 80 CHF, kleinere Ausgaben für diverses Zubehör summieren sich auf weitere 350 CHF, sodass sich der Gesamtbetrag dieser Zusatzposten auf 980 CHF beläuft.
Neben der Organisation des Familienalltags arbeite ich in einem sozialen Beruf.
Als Drohnenpilot konnte ich bereits über 800 km unfallfreie
Flugerfahrung sammeln. In den letzten Monaten habe ich an mehreren
Schulungen teilgenommen und verschiedene Qualifikationen durch
Fachprüfungen erhalten.
Neben der Fliegerei interessiere ich mich für Umwelt und
Naturschutz und versuche meinen ökologischen Fussabdruck so gut es
geht zu verkleinern. Ich bin einem Verein für Rehkitzrettung
angeschlossen.
Plötzlich ging es doch noch ganz schnell...
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer Nachdem ich erst kürzlich noch im Schnee meine Prüfung abgelegt habe, ging es plötzlich mit dem Frühling und der Kitzsaison los. Inzwischen habe ich bereits die ersten Felder abgeflogen und zeige Euch gerne, wie eine Rehkitzrettung abläuft. Als Erstes meldet die Landwirtin oder der Landwirt über eine unkomplizierte Anmledung die Felder an, die gemäht werden sollen. Anschliessend wird das Feld von den Kolleginnen und Kollegen der Rehkitzrettung Schweiz dem nächstgelegenen Piloten zugeteilt. Sobald das Feld im Editor des Piloten erscheint, beginnen wir damit, die Flugbahn der Drohne zu programmieren und dabei Hindernisse zu definieren. Gleichzeitig informieren wir eine zuständige Jägerin oder einen zuständigen Jäger sowie mindestens eine weitere Helferin oder einen weiteren Helfer. Sobald alle bestätigt haben, startet der Einsatz in der Regel noch vor 4 Uhr morgens: gemeinsam mit der Jägerin/Jäger, der Landwirtin/Landwirt und der Helferin/demHelfer werden die Felder abgeflogen. Der eigentliche Abflug dauert je nach Feld zunächst rund 10 Minuten. Anschliessend werden auffällige Stellen im Feld von den Helfenden und den Landwirtinnen und Landwirten aufgesucht und genauer kontrolliert. Falls sich dort ein Rehkitz befindet und es nicht bereits weggelaufen ist, wird es mit einer Harasse gesichert. Diese wird mit einem Gewicht beschwert und mit einem Fähnchen markiert. Nach dem Mähen wird die Harasse wieder entfernt, sodass die Geiss ihr Kitz abholen kann. Bis jetzt konnte ich zwei Flugtage absolvieren und bin dabei jeweils sieben Felder abgeflogen. Der letzte Flug war jeweils gegen 7 Uhr. Durch die momentan sehr warmen Temperaturen werden die Sichtverhältnisse mit der Wärmebildkamera bereits um diese Zeit anspruchsvoll, da sich der Boden rasch erwärmt. Dadurch vermischen sich die Thermosignaturen der Rehkitze schnell mit der Umgebung. Nach dem Flug wird die komplette Ausrüstung gereinigt, die Akkus werden wieder geladen und die Drohne wird inspiziert. Anschliessend erfassen wir im Editor noch die Statistik, damit am Ende des Jahres schweizweit eine gute Übersicht besteht, wie viele Felder abgeflogen wurden. Meine bisherige Bilanz: 1 Rehkitz gefunden und gesichert 2 Rehkitze entdeckt, die anschliessend weggesprungen sind 1 Fuchs und 1 Katze entdeckt, beide sind weggelaufen 14 Felder abgeflogen 4 Stunden reine Flugzeit 17 km Flugstrecke Es gibt viele Fotos von geretteten Kitzen, und es wird immer wieder kontrovers diskutiert, ob jedes Kitz unbedingt fotografiert werden sollte. Ich persönlich habe bisher noch kein Foto gemacht, darf Euch hier aber freundlicherweise zwei Fotos von anderen Kollegen aus der Schweiz anhängen. Ich bin Euch allen nach wie vor von Herzen dankbar, dass Ihr mir dies ermöglicht habt. Es freut mich sehr, dank Eurer Unterstützung gemeinsam mit den Jägerinnen und Jägern sowie den Helferinnen und Helfern unterwegs sein und einen Beitrag zur Rehkitzrettung leisten zu können.